#DFLA | Catch the Stars

Was soll ich sagen, ich bin außer mir vor Freude dieses Jahr unter den Nominierten zu sein und freue mich über jede Stimme! Schon im letzten Jahr zeichnete der Women in Digital e.V. Frauen aus der Digitalbranche mit dem „Digital Female Leader Award“ aus und ich war sofort begeistert von der Idee dieses Preises, mit dem die Geschichten und Karrierewege von Frauen in der Digitalwirtschaft sichtbar gemacht werden sollen.

Die #WIDIs machen wirklich einen fantastischen Job und sorgen mit ihrem Netzwerk dafür, dass wir Frauen uns besser vernetzen können und auch mehr gesehen werden. Die Events kann ich Euch nur empfehlen. Leider finden diese momentan noch vor allem in Berlin und München statt. Wobei je größer das Netzwerk wird, desto größer sicher auch die Bandbreite an Veranstaltungsorten. Wer wie ich in keiner der beiden Städte beheimatet ist, kann aber auch über die Facebook-Seite oder den Newsletter gut auf dem Laufenden bleiben 😉

Auf Facebook findet auch noch bis Ende des Jahres die Kampagne #365faces statt, zu der ich ebenfalls eingeladen wurde. Jeden Tag stellt sich dort eine Frau aus der Digitalwirtschaft vor und erzählt was die Digitalisierung für sie bedeutet und warum sie eine #WIDI ist. Auch wenn ich mich wirklich nicht gerne vor der Kamera sehe, ist es toll dabei sein zu dürfen. Vor allem macht es Spaß mit den Videos der anderen regelmäßig in den Tag zu starten.

Wenn Ihr auch findet, dass Frauennetzwerke wichtig sind, dann werdet doch Teil von den #WIDIs oder als Mann Unterstützer.

#365faces Kampagne
Sobald meine Masterarbeit am 1. Dezember endlich abgegeben ist, gibt es auch endlich wieder neue ausführliche Blogbeiträge, versprochen!

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Blogger Relations | 5 einfache Grundregeln

Dieses Thema brennt mir schon länger unter den Nägeln. Leider habe ich in letzter Zeit einfach nicht die Muße gefunden endlich aufzuschreiben was es bei Blogger Relations zu beachten gibt. Dieser Post richtet sich an Institutionen und Firmen. Der zweite Teil, der bald folgen wird, richtet sich dann an andere Blogger.

Wenn es um die Zusammenarbeit mit Bloggern, oder selbst die erste Kommunikation geht, sollten einige simple Regeln beachtet werden. Eigentlich sollte man meinen, das manches selbstverständlich ist, leider erlebe ich jeden Tag das Gegenteil. Dabei geht es mir vor allem darum anderen Bloggern, wie auch denen, die sie betreuen möchten oder sollen, ein paar einfache Grundsätze mit auf den Weg zugeben, die das Leben für alle Beteiligten einfacher machen. Das ich bisher noch nicht dazu gekommen bin diesen Post endlich zu schreiben, liegt auch an meinem neuen Blogprojekt, das ich gemeinsam mit Wera Wecker im Juni online geschickt habe. Ein Lifestyle-Blog zu schreiben und zu organisieren, hat mir einige Aspekte des Bloggerdaseins neu vor Augen geführt. Obwohl es Blogs nun seit über 10 Jahren gibt, steckt der Umgang zwischen Bloggern und Institutionen/Firmen immer noch in den Kinderschuhen. Oft auch auf beiden Seiten. Was ich im Folgenden den Mitarbeitern von Museen oder Firmen mit auf den Weg geben möchte, schreibe ich als Bloggerin. Als Bloggerin von Kunst, Kultur und tatsächlich mittlerweile auch Lifestyle-Themen. Alle Situationen, die ich schildere sind mir selbst passiert und basieren nicht auf der Annahme, das sowas möglicherweise passiert. Anregungen, die sich an andere Blogger richten, beruhen auf meinen Erfahrungen als Betreuerin und Ansprechpartnerin von Bloggern im Museum und im Verlag. Selbstverständlich nenne ich weder Namen, noch Blogs, noch die konkreten Events. Es soll hier wirklich darum gehen Anregungen und Hilfestellung zu geben. Wer findet, dass das erwähnte selbstverständlich sein sollte, darf sich vor Augen führen, dass ich alles selbst erlebt habe 😉

Blogger Relations im Unternehmen oder Museum

I. Der Email-Kontakt
Liebe Kollegen, wenn Euch jemand eine freundliche Email schreibt und Euch mitteilt, dass er über Eure aktuelle Ausstellung berichten möchte, antwortet auf die gleiche freundliche Art. Macht Euch klar, dass es viele Blogger gibt, die nicht aus dem Kunstbereich kommen und keine Experten für Bildrechte, Fotografieverbote oder andere Aspekte der Kunstwelt sind. Für mich persönlich ist das kein Problem, aber generell sollte man interessierte Blogger nicht alleine lassen. Erstellt Euch einen FAQ Zettel mit den wichtigsten Hinweisen zu Eurem Haus und der Ausstellung, den Ihr als pdf versenden könnt. Noch besser ist es natürlich diesen bereits im Pressebereich der Homepage zu platzieren. Das gleiche gilt natürlich für Unternehmen, wenn ein Blogger freiwillig über ein Produkt schreiben möchte, dann beantwortet wenigstens die Mail, das gebührt die allgemeine Höflichkeit und wurde mal im Volksmund als „gute Manieren“ bezeichnet. Das gilt umso mehr, wenn Ihr einen Aufruf an Blogger online gestellt habt. Oft schreiben Firmen und mittlerweile auch Museen aus, dass sie Blogger für bestimmte Events oder Kooperationen suchen, antworten dann aber wochenlang nicht auf Mails. Liebe Kollegen das ist ganz schlechter Stil. Es ist immer viel zu tun, aber wenn Ihr explizit dazu aufruft, dass Blogger sich melden sollen, dann ist eine Eingangsbestätigung mit einem Hinweis wann die Auswahl getroffen wird, Pflicht und keine Kür.

Und bitte freut Euch einfach, wenn jemand sich an Euch wendet und aus freien Stücken ohne Bezahlung (!) über Euch schreiben möchte, das ist ein großes Kompliment!

II. Der Pressebereich
Die vorbildlichen und auch zeitgemäßen Internetseiten, egal ob nun von Museen oder Unternehmen, sprechen nicht nur die Presse an, sondern auch Blogger. Ihr erspart Euch viel Zeit und Arbeit, wenn Ihr bereits auf der Presseseite klar kommuniziert auf welche Weise Ihr mit Bloggern zusammen arbeitet, oder auch nicht. Gerne auch, ob diese den Pressebereich nutzen dürfen, wie man Zugang zu diesem erhält und ob Ihr beispielsweise freien Eintritt für Blogger anbietet. Firmen sollten für den eigenen Email-Frieden daraufhinweisen, ob sie Interesse an Bloggern haben oder bereits mit einer festen Auswahl zusammenarbeiten. Verlage sollten erklären, ob es Rezensionsexemplare für Blogger gibt und mit welchen Auflagen diese verbunden sind. Auch hier niemals Erklärungen zu möglichen Rechten Dritter und Fotografieregeln vergessen. Ich denke niemand möchte derjenige sein, der für eine Abmahnung eines Bloggers bekannt wird. Blogger sind keine Journalisten, der Großteil bloggt als Hobby und aus Leidenschaft. Ein gut gepflegter Pressebereich ist also eine Win-Win-Situation für alle. Positive Beispiele unter den Museen sind beispielsweise das Rijksmuseum Amsterdam, die Bundeskunsthalle in Bonn oder das Max-Ernst-Museum in Brühl.

III. Der FAQ Zettel
An dieser Stelle sei nochmal ganz klar gesagt, Blogger sind keine Journalisten. Auch wenn es hauptberufliche Blogger gibt, die sehr erfolgreich sind, sind diese deshalb noch keine Experten auf dem Gebiet des Urheberrechts. Und machen wir uns nichts vor, auch die von uns, die es aus beruflichen Gründen am besten wissen sollten, sind oft unsicher, wenn es um das Internet gibt. Deshalb kann ich jedem nur eine gut geführte FAQ Liste empfehlen. Macht Euch klar an welchen Stellen es Unsicherheiten geben könnte. Seht es aber auch unter dem Service-Aspekt! Schreibt Eure Hashtags rein, macht klar wer die Ansprechpartner im Haus sind und weist darauf hin wie mit Gratis-Produkten umgegangen werden darf. Dürfen diese beispielsweise weiterverkauft oder verschenkt werden. Sehr vorbildlich auf diesem Gebiet ist die Verlagsgruppe Randomhouse, die auf ihrem Bloggerportal (ja ein ganzes Portal nur für Blogger ;-)) eine umfangreiche FAQ Seite haben, auf der eigentlich jede Frage beantwortet wird, die rund um ein kostenfreies Rezensionsexemplar entstehen könnte.

IV. Das Blogger-Event
Der Punkt ist erreicht an dem konkret auf Einladung mit Bloggern zusammengearbeitet werden soll. Ihr seid der Meinung, dass es Blogger gibt, die Euch durch einen Bericht digital weiterbringen oder eine Zielgruppe erreichen, die Euch einfach nicht beachtet? Gut! Das sind die richtigen Voraussetzungen für ein erfolgreiches Blogger-Event. Wenn Ihr Zweifel habt, ob wirklich stimmt was alle sagen und ihr Blogs eigentlich unsinnig findet, lasst es bitte. Blogger merken das. Blogger merken auch sofort, ob Ihr ihren Blog gelesen habt. Ich war tatsächlich schon als Gast auf Events und wurde von Menschen eingeladen, die keinen blassen Schimmer hatten, über was ich wirklich schreibe. Das war nicht nur ein wirklich seltsames Gefühl, sondern auch einfach respektlos! Vor allem kann sowas auch daneben gehen. Ich stand schon daneben als eine Foto-Bloggerin eine Sinnkrise hatte, weil sie auf ein Event eingeladen wurde, wo man nicht fotografieren durfte. Sprich sie konnte nicht berichten und hätte sich das Event auch sparen können. Wer jetzt gedacht hat, aber sie war doch auf ein tolles Event eingeladen, sollte nochmal nachdenken und einsehen, dass er noch nicht bereit für Blogger Relations ist! Ich persönlich werde lieber zu 100 Events nicht eingeladen, die ohnehin nicht zu mir passen, als meinen Abend irgendwo zu verbringen, der meinen Blog nicht weiterbringt und den Veranstalter auch nicht, da ich im Zweifel nicht drüber schreiben werde.

Und bitte, bitte macht Euch auch die rechtlichen Rahmenbedingungen für eine Zusammenarbeit klar. Viele Anfragen sind ein Aufruf zur Schleichwerbung und das ist schlichtweg verboten. Und Juristen ist es herzlich egal ob mancher mittlerweile lieber „Native Advertising“ sagt. Zu diesem Thema kann ich diesen Beitrag einer Juristin nur als Pflichtlektüre empfehlen.

V. Die richtige Auswahl
Das bringt mich auch schon zu meinem letzten Punkt für Museen und Firmen. Dabei ist natürlich zu beachten, dass es sich hier um Grundregeln handelt. Am Ende gehört natürlich noch eine ganze Menge mehr Arbeit zu nachhaltigen Blogger Relations. Diese Grundregeln sollen den Einstieg erleichtern. Aber wenn der Einstieg erstmal geschafft ist, hat man eine solide Grundlage für erfolgreiche Blogger Relations. Die Auswahl der richtigen Blogger für die eigenen Events ist nicht ganz einfach und erfordert sehr viel Recherche und Arbeit. Oh ja echte Arbeit 😉 aber dabei gilt wie für alles im Leben, was sich lohnt, fällt eben nicht vom Himmel. Wenn man selbst keine Blogs liest, ist es doppelt hart. Denn dann ist nun der Moment gekommen, damit anzufangen. Macht Euch Gedanken welche Art von Blog zu Euch passt, letztendlich findet man fast alles im Netz. Und denkt dabei bitte nicht zuerst an Reichweite und große Followerzahlen. Das ist nicht alles! Es lohnt sich immer zu schauen welche konkreten Inhalte es gibt, welchen roten Faden, der Blogger verfolgt, wie rege die Beteiligung der Community ist und welche anderen Partner der Blogger hat. Ihr vertreibt Champagner? Dann wird der Teenager, der Primark-Tüten auspackt nicht zu Euch passen. Egal ob dieser eine Million Fans hat. Wenn jemand wie ich über Digitales in Museen schreibt, dann ladet mich bitte nicht auf ein Symposium zu Architekturtheorie ein. Das ergibt einfach keinen Sinn. Fangt erstmal an zu lesen und macht Euch eine Liste, wen Ihr interessant findet. Verfolgt die Blogs eine Weile und hinterlasst auch mal einen freundlichen Kommentar. Das ist ein erster Kontakt. Das macht eine spätere Anfrage auch gleich viel leichter.

Ebenso ist es wichtig, sich klar zu machen in welcher Lebenssituation der Blogger ist. Dieser Punkt ist wirklich sehr wichtig für den Erfolg. Bloggt jemand hauptberuflich, muss er damit seine Miete bezahlen. Das heißt er wird eine Bezahlung erwarten und zwar mit gutem Grund oder arbeitet Ihr umsonst? Wenn jemand wie ich in seiner Freizeit bloggt und vollzeit arbeitet, sind Einladungen für Werktage ans anderen Ende von Deutschland eher nicht von Erfolg gekrönt. Und wenn Ihr mich wirklich sehen wollt und ich mir Urlaub, ein Bahnticket und ein Hotel nehmen soll, erwarte ich ebenfalls die Übernahme der Kosten. Ist es eine wirklich gute Veranstaltung direkt um die Ecke, kann es auch ohne klappen. Aber es kann ja wirklich keiner erwarten, dass man bei einer konkreten Einladung auch noch Geld mitbringt, oder? Die Blogger, die ich gerne lese und die richtig gute, aufwendige Blogs führen, sind es wert eingeladen zu werden, aber man sollte die Rahmenbedingungen wie Entfernung, Arbeitsausfall und Aufwand schon mitdenken.

Das waren meine 5 Grundlagen für jeden, der mit Bloggern zusammenarbeiten möchte. Grundlagen sind natürlich kein Master-Plan und hinter einer erfolgreichen Zusammenarbeit steckt darüber hinaus viel Engagement und Arbeit. Richtig angefangen wird sich diese aber dauerhaft auszahlen, denn die meisten Blogger sind sehr treue Seelen, die gerne und viel kommunizieren. Das war mein erster Teil mit 5 einfachen Regeln für gute Blogger Relations. Der zweite Teil folgt in Kürze!